Coming-Soon-Website erstellen und richtig nutzen
Sie planen einen Website-Launch oder Relaunch? Eine Coming-Soon-Seite informiert Besucher, weckt Interesse und sammelt erste Kontakte – noch bevor Ihre Website fertig ist.
Auf einen Blick
Zielgruppe
- Gründer vor dem Website-Launch
- Unternehmen vor einem Relaunch
- Selbstständige in der Aufbauphase
Voraussetzungen
- Eine registrierte Domain
- Grundlegende Vorstellung vom Projekt
- Optional: Logo und Farbschema
Was ist eine Coming-Soon-Website?
Eine Coming-Soon-Website ist eine temporäre Einzelseite, die auf Ihrer Domain erscheint, solange die eigentliche Website noch nicht fertiggestellt ist. Sie hat genau eine Aufgabe: dem Besucher klar zu machen, dass hier bald etwas Neues entsteht – und ihn so zu behandeln, dass er wiederkommt oder in Kontakt bleibt.
Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „demnächst verfügbar”. Im Deutschen sind auch Bezeichnungen wie Vorankündigungsseite oder Platzhalter-Website gebräuchlich, aber das internationale „Coming Soon” hat sich auch im deutschsprachigen Raum durchgesetzt.
Was eine Coming-Soon-Seite von einer normalen Website unterscheidet, ist ihre Konzentration auf das Wesentliche: Sie enthält keine vollständige Navigation, keine umfangreichen Texte und keine verschachtelten Unterseiten. Stattdessen liefert sie eine klare Aussage, einen ersten Eindruck Ihrer Marke und – wenn Sie es richtig machen – eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.
Wichtig zu verstehen
Eine Coming-Soon-Seite ist kein Notbehelf, sondern ein strategisches Instrument. Richtig eingesetzt, kann sie bereits vor dem eigentlichen Launch erste Interessenten ansprechen und Ihre Marke bekannt machen.
Wann eine Coming-Soon-Seite sinnvoll ist
Nicht jede Situation erfordert eine Coming-Soon-Seite. Es gibt jedoch klare Szenarien, in denen sie echten Mehrwert bringt.
Neugründung mit registrierter Domain
Wenn Sie eine Domain bereits gesichert haben, aber noch einige Wochen oder Monate bis zum Fertigstellen Ihrer Website brauchen, sollte auf dieser Adresse nicht einfach nichts erscheinen. Besucher, die Ihre Domain kennen oder zufällig darauf stoßen, erwarten zumindest eine Rückmeldung. Eine leere weiße Seite oder eine Standard-Parkingpage des Domain-Registrars wirkt unprofessionell und hinterlässt keinen Eindruck.
Website-Relaunch
Auch bei einer laufenden Website kann eine Coming-Soon-Seite sinnvoll sein – dann nämlich, wenn Sie eine umfassende Neugestaltung vornehmen und den Übergang ankündigen möchten. So zeigen Sie Stammkunden, dass sich etwas tut, anstatt sie mit einer halbfertigen Seite zu konfrontieren.
Pre-Launch-Marketing
Wer seinen Produkt- oder Service-Launch gezielt vorbereiten möchte, kann eine Coming-Soon-Seite als Marketinginstrument einsetzen. Das Sammeln von E-Mail-Adressen interessierter Besucher vor dem eigentlichen Start gibt Ihnen eine direkte Kontaktliste – ohne Abhängigkeit von sozialen Netzwerken oder bezahlter Werbung.
Saisonale oder projektgebundene Angebote
Wenn Sie ein zeitlich begrenztes Angebot, eine Veranstaltung oder ein neues Produktsortiment ankündigen wollen, eignet sich eine Coming-Soon-Seite ebenfalls. Hier dient der Countdown-Timer nicht als Deko, sondern als echtes Informationselement.
Praxis-Tipp
Registrieren Sie Ihre Domain immer so früh wie möglich – selbst wenn Sie noch Monate bis zum Launch brauchen. Eine Coming-Soon-Seite gibt Ihnen die Möglichkeit, diese Zeit produktiv zu nutzen.
Die wichtigsten Elemente
Eine gute Coming-Soon-Seite ist klar strukturiert und auf das Wesentliche reduziert. Die folgende Checkliste zeigt, welche Bestandteile wirklich zählen – und was Sie getrost weglassen können.
Die Überschrift: der entscheidende erste Eindruck
Die Hauptüberschrift Ihrer Coming-Soon-Seite muss innerhalb von Sekunden vermitteln, was Besucher erwartet. Abstrakte Ankündigungen wie „Wir kommen bald” reichen nicht. Besser ist eine konkrete Aussage: „Ab März 2026: Der neue Online-Shop für handgemachte Naturkosmetik aus Hamburg” weckt Neugier und gibt Kontext.
E-Mail-Eintragung: Ihr wichtigstes Werkzeug
Ein einfaches Formular mit einer E-Mail-Eingabe und einem Absende-Button ist das wichtigste Funktionselement einer Coming-Soon-Seite. Wer seine E-Mail-Adresse einträgt, hat echtes Interesse bekundet. Diese Kontakte sind wertvoller als tausend flüchtige Social-Media-Follower.
Formulieren Sie die Aufforderung klar und ehrlich: „Tragen Sie sich ein und erhalten Sie am Launch-Tag eine Nachricht” ist besser als vage Versprechen von exklusiven Angeboten, die Sie am Ende nicht einhalten können.
Countdown: nur mit konkretem Datum
Ein Countdown-Timer ist optisch ansprechend und erzeugt Spannung – aber nur dann, wenn Sie auch wirklich ein konkretes Datum nennen können. Wer einen Timer aufstellt und ihn später anpassen oder zurücksetzen muss, verliert Glaubwürdigkeit. Wenn Ihr Starttermin noch unsicher ist, verzichten Sie lieber darauf.
Häufiger Fehler
Viele Coming-Soon-Seiten enthalten zu viele Informationen. Lange Texte, mehrere Call-to-Actions und ein überladenes Design verfehlen den Zweck. Je klarer und fokussierter die Seite, desto besser wirkt sie.
Coming Soon vs. Under Construction
Die Begriffe „Coming Soon” und „Under Construction” werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Situationen. Diesen Unterschied sollten Sie kennen – nicht nur aus sprachlichen Gründen, sondern weil er auch inhaltliche Konsequenzen hat.
Coming Soon steht für einen Neustart. Es ist eine Ankündigung, dass etwas Neues entsteht. Die Botschaft ist positiv und vorausschauend: Hier passiert gerade etwas Interessantes, und Sie sind dabei, wenn es losgeht.
Under Construction oder Maintenance hingegen beschreibt einen Zustand der vorübergehenden Nicht-Verfügbarkeit. Eine bestehende Website wird gewartet, umgebaut oder technisch aktualisiert. Der Besucher weiß, dass er die Seite kennt – und dass er kurz warten soll.
Wartungsseiten (Maintenance-Mode) sind ein weiterer verwandter Begriff. Sie erscheinen, wenn eine Website technisch vorübergehend nicht erreichbar ist, etwa während eines Server-Updates oder einer größeren Umstrukturierung. Hier empfiehlt sich der HTTP-Statuscode 503 (Service Unavailable) mit einem Retry-After-Header, damit Suchmaschinen verstehen, dass der Ausfall temporär ist.
| Seitentyp | Wann sinnvoll | HTTP-Status |
|---|---|---|
| Coming Soon | Neue Website, Neustart, Pre-Launch | 200 OK |
| Under Construction | Umbau einer bestehenden Website | 200 OK |
| Maintenance / Wartung | Kurzer technischer Ausfall | 503 + Retry-After |
Hintergrund
Für Coming-Soon- und Under-Construction-Seiten verwenden Sie immer den Statuscode 200 – auch wenn die eigentliche Seite noch nicht existiert. So kann Google Ihre Domain bereits indexieren und kennenlernen.
SEO-Hinweise für Coming-Soon-Seiten
Coming-Soon-Seiten und Suchmaschinenoptimierung gelten oft als schwer vereinbar. Das muss nicht so sein – wenn Sie einige Grundregeln beachten.
Den richtigen HTTP-Statuscode verwenden
Der häufigste Fehler: Betreiber setzen ihre Coming-Soon-Seite auf den Statuscode 503 (Service Unavailable). Das ist für vorübergehende technische Ausfälle gedacht – nicht für einen geplanten Launch-Prozess. Googlebot interpretiert einen dauerhaften 503 als Signal, dass die Seite nicht mehr verfügbar ist, und entfernt sie aus dem Index.
Richtig ist der Statuscode 200 OK. Damit signalisieren Sie: Die Seite ist erreichbar, funktioniert korrekt, und ihr Inhalt kann von Suchmaschinen verarbeitet werden. Moderne Homepage-Baukästen und CMS-Systeme setzen diesen Status in der Regel automatisch korrekt.
Eine indexierbare Seite erstellen
Erlauben Sie Suchmaschinen ausdrücklich, Ihre Coming-Soon-Seite zu crawlen. Sperren Sie sie nicht über die robots.txt oder ein noindex-Meta-Tag – es sei denn, Sie haben gute Gründe dafür. Eine indexierbare Coming-Soon-Seite gibt Google die Möglichkeit, Ihre Domain frühzeitig zu kennen, was beim späteren Launch helfen kann.
Seitentitel und Meta-Beschreibung pflegen
Auch eine temporäre Seite verdient einen aussagekräftigen Title-Tag und eine sinnvolle Meta-Beschreibung. Schreiben Sie rein, was Besucher und Suchmaschinen erwarten können: Ihre Marke, Ihren Bereich, Ihren geplanten Start. Diese wenigen Zeilen sind es, die in den Suchergebnissen erscheinen.
Nach dem Launch: Weiterleitungen sauber setzen
Wenn Sie Ihre Coming-Soon-Seite durch die fertige Website ersetzen, müssen Sie keine 301-Weiterleitungen einrichten – vorausgesetzt, die URL bleibt dieselbe. Die Coming-Soon-Seite wird schlicht durch die vollständige Website ersetzt. Wenn sich jedoch URLs verändern (etwa von einer temporären Unterseite zur Startseite), sind korrekte Weiterleitungen wichtig, um keine Rankings zu verlieren.
Praxis-Tipp
Tragen Sie Ihre Domain nach dem Launch in die Google Search Console ein und reichen Sie eine Sitemap ein. So beschleunigen Sie die Indexierung der neuen Inhalte erheblich.
Vorsicht bei langen Coming-Soon-Phasen
Wenn Ihre Coming-Soon-Seite monatelang online bleibt und sich inhaltlich nicht verändert, interpretiert Google sie möglicherweise als statischen, wenig relevanten Inhalt. Halten Sie die Phase kurz oder aktualisieren Sie zumindest gelegentlich die Inhalte.
Umsetzung mit einem Homepage-Baukasten
Für die meisten Gründer und Selbstständigen ist ein Homepage-Baukasten der schnellste und einfachste Weg, eine Coming-Soon-Seite zu erstellen. Die gute Nachricht: Viele Anbieter haben dieses Szenario direkt eingebaut.
Anbieter mit Coming-Soon-Funktion
Wix bietet im Editor die Möglichkeit, eine Website vor der Veröffentlichung auf einen Coming-Soon-Modus zu setzen. Besucher sehen dann eine anpassbare Vorschauseite, während Sie im Hintergrund weiterarbeiten. Das erspart Ihnen das manuelle Erstellen einer separaten Seite.
Squarespace kennt einen ähnlichen Ansatz: Der sogenannte Cover Page Mode zeigt eine elegante Einzelseite an, solange die Website noch nicht für alle sichtbar geschaltet ist. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei deutlich besser als bei den meisten einfachen Lösungen.
IONOS ermöglicht es, einzelne Seiten als Startseite festzulegen und die Website abschnittsweise zu veröffentlichen. Eine einfache Landingpage als Coming-Soon-Seite lässt sich damit ohne Aufwand umsetzen.
Jimdo bietet zwar keinen dedizierten Coming-Soon-Modus, aber die Möglichkeit, eine einfache Einzelseite als vollständige Website zu veröffentlichen – was für diesen Zweck vollkommen ausreicht.
Alternativ: Eine einfache Landingpage gestalten
Wenn Ihr Baukasten keinen eingebauten Coming-Soon-Modus hat, ist die pragmatische Alternative eine schlichte Einzelseite. Legen Sie eine neue Seite an, gestalten Sie sie mit den oben beschriebenen Elementen und setzen Sie sie als Startseite. Verstecken oder löschen Sie alle anderen Seiten, bis die Website fertig ist.
Für die Gestaltung gilt: Weniger ist mehr. Ein klares Hintergrundbild oder eine ruhige Farbfläche, Ihr Logo oben, die Kernaussage in der Mitte, das E-Mail-Formular darunter. Mehr braucht es nicht.
Kostenlose Tools für Coming-Soon-Seiten
Neben den großen Baukästen gibt es spezialisierte Dienste, die ausschließlich auf Coming-Soon- und Landingpages ausgerichtet sind. Diese können eine Option sein, wenn Sie schnell eine professionelle Seite ohne großen Konfigurationsaufwand aufstellen wollen. Bedenken Sie dabei: Wenn Sie ohnehin vorhaben, später einen bestimmten Baukasten für Ihre Hauptwebsite zu nutzen, kann es sinnvoller sein, die Coming-Soon-Seite direkt dort zu erstellen. So sparen Sie sich den späteren Anbieterwechsel.
Praxis-Tipp
Verbinden Sie Ihr E-Mail-Eintragungsformular von Anfang an mit einem Newsletter-Tool wie Mailchimp oder dem eingebauten E-Mail-Marketing Ihres Baukastens. So landen alle eingetragenen Adressen automatisch in einer Liste – und Sie können am Launch-Tag mit einem Klick alle informieren.
Fazit: Der richtige Start für Ihre Website
Eine Coming-Soon-Seite ist kein Zugeständnis an Unfertigheit – sie ist ein professioneller Auftritt für den Zeitraum, in dem Ihre eigentliche Website noch entsteht. Sie zeigt Besuchern, dass Sie existieren, weckt Interesse und gibt Ihnen die Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen, bevor der eigentliche Launch stattfindet.
Entscheidend ist, dass Sie es dabei kurz und fokussiert halten. Eine Überschrift, die erklärt was kommt. Zwei bis drei Sätze Beschreibung. Ein E-Mail-Formular. Ihr Logo. Fertig. Alles andere ist optional.
Halten Sie die Coming-Soon-Phase bewusst kurz: Vier bis acht Wochen sind in der Regel ausreichend. Wenn Sie merken, dass sich der Launch weiter verzögert, ist es besser, die fertige Website abschnittsweise zu veröffentlichen, als Besucher über Monate mit einer Vorankündigungsseite hinzuhalten.
Und vergessen Sie nach dem Launch nicht: Ersetzen Sie die Coming-Soon-Seite vollständig durch Ihre echte Website, informieren Sie alle eingetragenen E-Mail-Adressen über den Start und melden Sie Ihre Domain in der Google Search Console an. Damit ist der Grundstein für Ihre Online-Präsenz gelegt.
Auf unserer Vergleichsseite finden Sie alle großen Homepage-Baukästen im direkten Vergleich – mit Testergebnissen, Preisen und konkreten Empfehlungen für Ihren Einsatzbereich.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine Coming-Soon-Seite, wenn ich meine Website noch baue?
Schadet eine Coming-Soon-Seite meinem Google-Ranking?
Wie lange sollte eine Coming-Soon-Seite online sein?
Welche Homepage-Baukästen bieten Coming-Soon-Vorlagen?
Verwandte Tutorials
Den passenden Baukasten finden
Unser interaktiver Vergleich hilft Ihnen bei der Entscheidung.
Autor
Content & Recherche
Recherchiert Tarife, Features und Marktentwicklungen für aktuelle Testberichte.