Website-Sicherheit: So schützen Sie Ihre Seite vor Angriffen
Cyberangriffe treffen längst nicht nur große Unternehmen – auch kleine Websites sind regelmäßig Ziel automatisierter Attacken. Wir zeigen Ihnen, welche Schutzmaßnahmen wirklich wichtig sind und was Homepage-Baukästen bereits automatisch für Sie erledigen.
Auf einen Blick
Zielgruppe
- Website-Betreiber mit Homepage-Baukasten
- Selbst gehostete WordPress-Nutzer
- Kleine Unternehmen und Freiberufler
Voraussetzungen
- Eine bestehende Website (Baukasten oder selbst gehostet)
- Zugang zum Dashboard oder Hosting-Verwaltung
- Keine technischen Vorkenntnisse nötig
Warum Website-Sicherheit jeden betrifft
Viele Betreiber kleiner Websites denken: „Wer sollte sich schon für meine Seite interessieren?” Diese Einschätzung ist verständlich, aber gefährlich falsch. Cyberkriminelle greifen heute in aller Regel nicht gezielt einzelne Websites an – sie setzen automatisierte Programme ein, die das gesamte Internet nach verwundbaren Systemen absuchen. Dabei ist die Größe der Website vollkommen irrelevant.
Sicherheitsscanner laufen rund um die Uhr und testen täglich Millionen von Web-Adressen auf bekannte Schwachstellen: veraltete Software, schwache Passwörter, fehlende Verschlüsselung, ungesicherte Login-Seiten. Wer eine dieser Lücken aufweist, wird früher oder später automatisch gefunden – unabhängig davon, ob es sich um einen globalen Konzern oder die Website einer kleinen Physiotherapiepraxis handelt.
Was Angreifer mit Ihrer Website wollen
Die Motive hinter Angriffen auf kleine Websites sind vielfältig. Häufige Szenarien:
- Spam und Malware verbreiten: Gehackte Websites werden genutzt, um Schadsoftware zu verteilen oder Phishing-Seiten zu hosten. Ihre Besucher werden zur Zielscheibe – ohne dass Sie es bemerken.
- SEO-Spam: Angreifer schleusen unsichtbare Links oder Texte in Ihre Seiten ein, um die Suchmaschinenplatzierung ihrer eigenen Seiten zu verbessern. Das schadet Ihrem Ranking erheblich.
- Erpressung: Ransomware verschlüsselt Ihre Website-Daten und die Angreifer fordern Lösegeld für die Freigabe.
- Ressourcen missbrauchen: Ihr Server wird als Teil eines Botnetzes für weitere Angriffe oder für Krypto-Mining verwendet.
Die Folgen eines erfolgreichen Angriffs
Ein gehacktes Onlineprojekt hat weitreichende Konsequenzen. Google stuft kompromittierte Websites als gefährlich ein und blendet eine Warnmeldung ein, bevor Nutzer die Seite aufrufen können – das bedeutet praktisch null Besuche, bis das Problem behoben ist. Gleichzeitig können personenbezogene Daten Ihrer Nutzer oder Kunden in fremde Hände gelangen, was nach der DSGVO zu empfindlichen Bußgeldern führen kann.
Hinzu kommt der Aufwand der Schadensbehebung: Malware-Bereinigungen durch Fachleute kosten zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend Euro. Das ist oft ein Vielfaches dessen, was grundlegende Schutzmaßnahmen gekostet hätten.
Website-Sicherheit ist daher keine Frage von Paranoia – sie ist digitale Hygiene, genauso selbstverständlich wie das Abschließen der Ladentür am Abend.
Baukasten vs. WordPress: Was ist sicherer?
Wenn es um Website-Sicherheit geht, besteht zwischen Homepage-Baukästen und selbst gehostetem WordPress ein fundamentaler Unterschied: der Verantwortungsbereich.
Bei einem Homepage-Baukasten übernimmt der Anbieter nahezu die gesamte Infrastruktur-Sicherheit. Das Betreiben der Server, das Einspielen von Software-Updates, das Ausstellen und Verlängern von SSL-Zertifikaten, DDoS-Schutz, Firewalls und automatische Backups – all das liegt in den Händen professioneller Sicherheitsteams. Als Nutzer müssen Sie sich um diese technischen Schichten nicht kümmern.
Bei selbst gehostetem WordPress sieht die Lage anders aus. WordPress selbst ist eine exzellente Software, aber das Open-Source-Modell bedeutet: Sie sind für den sicheren Betrieb verantwortlich. WordPress-Kernsoftware, Themes und Plugins müssen regelmäßig aktualisiert werden. Sicherheits-Plugins müssen konfiguriert werden. Der Hosting-Server muss abgehärtet sein. Diese Aufgaben können Sie erlernen und selbst übernehmen – aber es kostet Zeit und Aufmerksamkeit.
Die direkte Gegenüberstellung
| Sicherheitsmerkmal | Homepage-Baukasten | WordPress (selbst gehostet) |
|---|---|---|
| SSL-Zertifikat | Automatisch, kostenlos | Manuell einrichten (Let’s Encrypt) |
| Software-Updates | Automatisch durch Anbieter | Manuell (Core, Themes, Plugins) |
| Automatische Backups | Inklusive (je nach Tarif) | Plugin oder Hosting erforderlich |
| DDoS-Schutz | Inklusive | Hosting-abhängig oder CDN nötig |
| Server-Absicherung | Durch Anbieter | Durch Hosting-Anbieter + eigene Konfiguration |
| Sicherheits-Plugin | Nicht erforderlich | Dringend empfohlen (z. B. Wordfence) |
| Login-Schutz | Integriert | Plugin oder manuelle Konfiguration |
| Malware-Scanning | Automatisch | Plugin oder externer Dienst |
Diese Tabelle bedeutet nicht, dass WordPress unsicher ist. WordPress-Websites können sehr gut abgesichert werden. Der entscheidende Unterschied ist: Bei einem Baukasten haben Sie weniger Angriffsfläche und weniger manuelle Arbeit. Bei WordPress haben Sie mehr Kontrolle, aber auch mehr Verantwortung.
Managed WordPress als Mittelweg
Wer die Flexibilität von WordPress schätzt, aber den Sicherheitsaufwand minimieren möchte, sollte Managed WordPress Hosting in Betracht ziehen. Anbieter wie Raidboxes, Kinsta oder WP Engine übernehmen Updates, Backups, Malware-Scanning und Server-Härtung – ähnlich wie ein Baukasten, aber mit vollem WordPress-Zugriff. Diese Tarife sind teurer als einfaches Shared Hosting, aber deutlich komfortabler in der täglichen Verwaltung.
SSL-Zertifikat und HTTPS aktivieren
Das SSL-Zertifikat ist die Grundlage jeder Website-Sicherheit. Es sorgt dafür, dass alle Daten, die zwischen dem Browser Ihrer Besucher und Ihrem Webserver ausgetauscht werden, verschlüsselt übertragen werden. Ohne diese Verschlüsselung könnte jeder, der sich im selben Netzwerk befindet – beispielsweise in einem öffentlichen WLAN – den Datenverkehr mitlesen.
Warum HTTPS heute unverzichtbar ist
Moderne Browser wie Chrome und Firefox zeigen bei Websites ohne SSL-Verschlüsselung eine deutlich sichtbare Warnung: „Nicht sicher”. Für Ihre Besucher ist das ein unmittelbares Alarmsignal, das viele zum sofortigen Verlassen der Seite veranlasst. Gleichzeitig ist HTTPS ein anerkannter Rankingfaktor bei Google – Seiten ohne Verschlüsselung haben im Suchmaschinenvergleich einen messbaren Nachteil.
Hinzu kommt die rechtliche Dimension: Wer über seine Website personenbezogene Daten erhebt – sei es durch ein Kontaktformular, eine Newsletter-Anmeldung oder einen Bestellprozess – ist nach der DSGVO verpflichtet, diese Daten verschlüsselt zu übertragen. Eine Seite ohne SSL erfüllt diese Anforderung nicht.
Bei Baukasten-Anbietern ist SSL automatisch aktiv
Nutzer von Wix, IONOS, Squarespace, Jimdo und anderen etablierten Anbietern müssen sich keine Gedanken über das SSL-Zertifikat machen. Es wird beim Verbinden einer Domain automatisch eingerichtet, kostenlos zur Verfügung gestellt und ohne Ihr Zutun alle 90 Tage verlängert. Prüfen Sie lediglich, ob das Schloss-Symbol in der Adressleiste Ihres Browsers erscheint, nachdem Sie Ihre Domain verbunden haben.
Bei WordPress müssen Sie selbst aktiv werden
Beim selbst gehosteten WordPress müssen Sie das Zertifikat manuell einrichten. Die meisten Hosting-Anbieter bieten heute einen One-Click-Prozess über ihr Verwaltungspanel an, der Let’s Encrypt-Zertifikate kostenlos ausstellt. Danach müssen Sie die WordPress-URLs unter „Einstellungen → Allgemein” auf https:// umstellen und eine 301-Weiterleitung einrichten.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für die SSL-Einrichtung unter WordPress, inklusive Mixed-Content-Behebung und häufiger Fehler, finden Sie in unserem separaten Tutorial zur HTTPS-Umstellung.
So prüfen Sie Ihr SSL-Zertifikat
Rufen Sie Ihre Website auf und klicken Sie auf das Schloss-Symbol in der Adressleiste. Dort sehen Sie, für welche Domain das Zertifikat ausgestellt wurde und wann es abläuft. Möchten Sie eine detailliertere Analyse, hilft das kostenlose Tool von SSL Labs (ssllabs.com/ssltest): Es bewertet die Konfiguration Ihrer HTTPS-Verbindung mit einem Schulnotenäquivalent und zeigt etwaige Schwachstellen auf.
Sichere Passwörter und Zugänge
Schwache oder mehrfach verwendete Passwörter sind nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für kompromittierte Websites. Automatisierte Angriffsprogramme probieren systematisch häufige Passwörter, Wörterbucheinträge und bekannte Kombinationen durch – dieser Prozess heißt Brute-Force-Angriff und läuft vollständig ohne menschliches Zutun ab.
Diese Passwörter sollten Sie sofort ändern
Wenn Ihr CMS-Benutzername „admin” lautet oder Ihr Passwort zu den gängigen Kombinationen wie „password123”, „hallo123” oder dem Namen Ihres Unternehmens gehört, ist Ihre Website ein leichtes Ziel. Ändern Sie beides umgehend. Für WordPress gilt außerdem: Vermeiden Sie den Benutzernamen „admin” grundsätzlich – er ist so verbreitet, dass Angreifer ihn als erstes ausprobieren.
Was ein sicheres Passwort ausmacht
Ein starkes Passwort für Ihr Website-Backend sollte mindestens 16 Zeichen lang sein und eine Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen enthalten. Vermeiden Sie Wörter, Namen oder Jahreszahlen – also alles, was persönlich mit Ihnen oder Ihrem Unternehmen in Verbindung steht.
Die praktischste Lösung ist ein Passwort-Manager wie Bitwarden (kostenlos, Open Source), 1Password oder KeePass. Diese Programme erzeugen auf Knopfdruck hochkomplexe, zufällige Passwörter und speichern sie sicher. Sie müssen sich dann nur noch ein einziges Master-Passwort merken.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) einrichten
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen unbefugte Logins. Selbst wenn jemand Ihr Passwort in Erfahrung bringt, scheitert der Login – weil ein zweiter Faktor fehlt, den nur Sie besitzen: üblicherweise ein zeitbasierter Einmalcode, der von einer App auf Ihrem Smartphone generiert wird.
Bekannte Apps für 2FA sind Google Authenticator, Microsoft Authenticator und Aegis (Android, Open Source). Bei vielen Baukasten-Anbietern ist 2FA direkt in den Kontoeinstellungen verfügbar. Für WordPress empfiehlt sich ein Plugin wie WP 2FA oder das im Sicherheits-Plugin Wordfence integrierte 2FA-Modul.
Admin-Zugang auf das Nötigste beschränken
Jeder zusätzliche Nutzer mit weitreichenden Rechten ist ein potenzielles Einfallstor. Überprüfen Sie regelmäßig, welche Benutzerkonten in Ihrem Backend existieren, und entfernen Sie alle, die nicht mehr benötigt werden. Wenn Sie externen Dienstleistern – etwa einem Webdesigner oder SEO-Berater – vorübergehend Zugang gewähren, vergeben Sie nur die Berechtigungen, die wirklich notwendig sind, und deaktivieren Sie den Zugang danach wieder.
Für WordPress gilt: Arbeiten Sie für die tägliche Verwaltung nicht mit dem Administrator-Konto, sondern legen Sie einen Redakteur-Account an. Der Administrator wird nur für technische Einstellungen gebraucht. So begrenzen Sie den Schaden, falls ein Konto doch einmal kompromittiert werden sollte.
Regelmäßige Backups einrichten
Ein Backup ist Ihre letzte Verteidigungslinie. Wenn alle anderen Schutzmaßnahmen versagen – durch einen gezielten Angriff, einen Bedienungsfehler oder einen technischen Defekt – ist ein aktuelles Backup das Einzige, das Ihnen einen vollständigen Neustart ermöglicht, ohne Daten zu verlieren.
Bei Baukasten-Anbietern: Automatisch im Hintergrund
Die meisten etablierten Baukasten-Anbieter erstellen automatisch regelmäßige Backups Ihrer Website-Inhalte. Bei Wix, Squarespace und IONOS werden Ihre Seiten in der Regel täglich gesichert, und über das Dashboard können Sie ältere Versionen wiederherstellen. Prüfen Sie in den Einstellungen Ihres Anbieters, wie lange Backups aufbewahrt werden und wie die Wiederherstellung konkret funktioniert – bevor Sie sie im Ernstfall brauchen.
Bei WordPress: Eigenverantwortung ist gefragt
Beim selbst gehosteten WordPress sind Backups Ihre Aufgabe. Viele Hosting-Anbieter erstellen zwar automatisch Backups auf Server-Ebene, aber verlassen Sie sich darauf nicht blind: Fragen Sie explizit nach, wie oft gesichert wird, wie lange Backups aufbewahrt werden und ob Sie eigenständig eine Wiederherstellung anstoßen können.
Zusätzlich zum Hosting-Backup empfiehlt sich ein dediziertes WordPress-Backup-Plugin:
- UpdraftPlus (kostenlos, weit verbreitet): Erstellt vollständige Backups von Datenbank und Dateien, wahlweise in lokaler Ablage oder direkt in Cloud-Dienste wie Google Drive, Dropbox oder Amazon S3.
- BackWPup (kostenlos): Ähnlicher Funktionsumfang, besonders gut für automatisierte Backup-Zeitpläne.
- Duplicator (kostenlos/kostenpflichtig): Beliebt für vollständige Website-Migrationen, eignet sich aber auch als Backup-Lösung.
Die 3-2-1-Backup-Regel
Die bewährte Faustregel für zuverlässige Backups: 3 Kopien Ihrer Daten, auf 2 verschiedenen Medientypen, davon 1 Kopie an einem externen Standort. Für Websites bedeutet das konkret: Backup beim Hosting-Anbieter (1), Backup via Plugin in der Cloud (2, externer Standort), optional eine lokale Kopie auf Ihrem Rechner (3). Wer mindestens zwei dieser drei Ebenen abdeckt, ist für den Ernstfall gut gerüstet.
Backups regelmäßig testen
Das Erstellen von Backups allein reicht nicht aus. Mindestens einmal im Quartal sollten Sie tatsächlich prüfen, ob eine Wiederherstellung funktioniert. Stellen Sie dazu eine ältere Version Ihrer Website in einer Testumgebung wieder her oder prüfen Sie zumindest, ob die Backup-Datei vollständig und nicht korrumpiert ist. Ein Backup, das im Ernstfall nicht wiederhergestellt werden kann, ist wertlos – das sollten Sie im Voraus und nicht unter Druck feststellen.
Updates und Plugins aktuell halten
Veraltete Software ist der häufigste Einstiegspunkt für Angreifer. Wenn eine Sicherheitslücke in einem weit verbreiteten System wie WordPress oder einem populären Plugin bekannt wird, veröffentlichen Entwickler in aller Regel innerhalb kurzer Zeit einen Patch. Gleichzeitig beginnen automatisierte Scanner damit, das Internet nach Websites zu durchsuchen, auf denen das Update noch nicht eingespielt wurde. Das Zeitfenster zwischen Bekanntwerden einer Lücke und dem ersten Angriff ist erschreckend kurz.
Bei Baukasten-Anbietern: Updates laufen unsichtbar
Wer einen Homepage-Baukasten nutzt, muss sich um Software-Updates keine Gedanken machen. Die gesamte Plattform – Kernsystem, Designvorlagen, eingebettete Funktionen – wird vom Anbieter gewartet und aktualisiert. Sicherheitslücken werden intern behoben, ohne dass Sie als Nutzer eingreifen müssen. Das ist einer der substanziellsten Sicherheitsvorteile von Baukasten-Plattformen gegenüber selbst gehostetem WordPress.
Bei WordPress: Drei Update-Ebenen beachten
WordPress besteht aus drei Schichten, die alle aktuell gehalten werden müssen:
-
WordPress-Kern: WordPress veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsupdates. Aktivieren Sie in den Einstellungen unter „Dashboard → Aktualisierungen” die automatischen Hintergrund-Updates für kleinere Sicherheitsversionen. Größere Versionssprünge (z. B. von 6.4 auf 6.5) sollten Sie manuell nach einer kurzen Testphase einspielen.
-
Themes: Auch Ihr aktives Theme und alle installierten, aber inaktiven Themes müssen aktualisiert werden. Inaktive Themes können ebenfalls Sicherheitslücken enthalten – löschen Sie alle Themes, die Sie nicht verwenden.
-
Plugins: Hier liegt das größte Risiko. WordPress-Plugins sind der häufigste Angriffsvektor auf WordPress-Websites. Prüfen Sie mindestens einmal pro Woche, ob Updates vorliegen, und spielen Sie sie ein. Einige Plugins erlauben automatische Updates – aktivieren Sie diese Option für sicherheitskritische Plugins.
Vorsicht vor verwaisten Plugins
Plugins, die seit mehr als einem Jahr nicht mehr aktualisiert wurden oder deren Entwickler die Weiterentwicklung eingestellt haben, sind ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Bekannte Sicherheitslücken werden in solchen Plugins nicht mehr behoben. Überprüfen Sie in Ihrer Plugin-Liste regelmäßig das Datum des letzten Updates und suchen Sie nach gepflegten Alternativen, sobald Sie ein verwaistes Plugin entdecken. Dasselbe gilt für Plugins, die Sie installiert haben, aber nicht aktiv nutzen – deinstallieren Sie alles Überflüssige.
Plugin-Hygiene: Weniger ist mehr
Jedes Plugin, das Sie installieren, erweitert die potenzielle Angriffsfläche Ihrer Website. Fragen Sie sich bei jedem Plugin: Brauche ich das wirklich, und gibt es dafür keine einfachere Lösung? Installieren Sie nur Plugins von vertrauenswürdigen Quellen – idealerweise aus dem offiziellen WordPress-Plugin-Verzeichnis – und prüfen Sie vor der Installation, wann das letzte Update erschienen ist und wie viele aktive Installationen das Plugin hat.
Weitere Schutzmaßnahmen
Die bisher beschriebenen Maßnahmen – SSL, starke Passwörter, regelmäßige Backups und aktuelle Software – bilden das Fundament der Website-Sicherheit. Darüber hinaus gibt es weitere Schichten, die Ihre Absicherung gezielt ergänzen.
Web Application Firewall (WAF)
Eine WAF analysiert eingehenden Traffic auf bekannte Angriffsmuster und blockiert verdächtige Anfragen, bevor sie Ihren Server oder Ihr CMS erreichen. Für WordPress-Nutzer bietet Wordfence eine integrierte WAF in der kostenlosen Version. Eine leistungsfähigere Alternative ist Cloudflare, das kostenlos als vorgeschalteter Dienst zwischen Ihren Besuchern und Ihrem Server sitzt und dabei nicht nur als WAF dient, sondern gleichzeitig DDoS-Angriffe abwehrt und die Ladezeiten durch ein globales CDN verbessert.
Baukasten-Nutzer profitieren in der Regel bereits von einer integrierten WAF auf Infrastruktur-Ebene, ohne eigenes Zutun.
Anmeldeversuche begrenzen (Rate Limiting)
Brute-Force-Angriffe auf Login-Seiten können durch eine einfache Maßnahme stark erschwert werden: die Begrenzung der Anmeldeversuche. Nach einer definierten Anzahl fehlgeschlagener Versuche wird die IP-Adresse vorübergehend gesperrt. Für WordPress erledigen das Plugins wie Limit Login Attempts Reloaded oder wieder das bereits erwähnte Wordfence. Beides ist kostenlos verfügbar.
Sicherheits-Header setzen
HTTP-Sicherheits-Header sind Anweisungen, die Ihr Server an Browser sendet und die bestimmte Angriffsklassen erschweren. Für technisch versierte WordPress-Nutzer lohnt sich die Einrichtung von Headern wie X-Content-Type-Options, X-Frame-Options und Content-Security-Policy. Diese können in der .htaccess-Datei oder über ein Plugin wie Headers & Security Enhanced gesetzt werden. Das kostenlose Tool securityheaders.com zeigt Ihnen, welche Header Ihre Website aktuell sendet und was Sie verbessern können.
Google Search Console auf Sicherheitswarnungen überwachen
Die Google Search Console benachrichtigt Sie, wenn Google auf Ihrer Website Malware oder Phishing-Inhalte entdeckt. Da Google das gesamte Web regelmäßig crawlt, kann es sein, dass die Search Console einen Angriff meldet, bevor Sie ihn selbst bemerkt haben. Richten Sie die Search Console für Ihre Website ein und stellen Sie sicher, dass die hinterlegte E-Mail-Adresse regelmäßig überwacht wird.
Kontaktformulare vor Spam schützen
Kontaktformulare sind ein beliebtes Ziel für automatisierten Spam. Neben lästigen Werbenachrichten können Formulare auch für das Einschleusen von Schadcode missbraucht werden. Baukasten-Anbieter integrieren meist eigene Spam-Filter in ihre Formular-Funktionen. Bei WordPress empfiehlt sich die Kombination aus einem soliden Formular-Plugin (z. B. Contact Form 7, WPForms) und dem Spam-Schutz-Dienst Akismet, der für nicht-kommerzielle Websites kostenlos nutzbar ist. Honeypot-Felder – unsichtbare Eingabefelder, die nur Bots ausfüllen – sind eine datenschutzfreundliche Alternative zu CAPTCHA-Lösungen.
Regelmäßige Sicherheitschecks einplanen
Website-Sicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern eine laufende Aufgabe. Planen Sie alle drei Monate einen festen Termin ein: Überprüfen Sie den SSL-Status, prüfen Sie auf ausstehende Updates, kontrollieren Sie die Backup-Protokolle, schauen Sie in die Search Console und werfen Sie einen Blick auf die Benutzerkonten in Ihrem Backend. Dieser Check dauert selten länger als 20 Minuten und kann erheblichen Schaden verhindern.
Fazit und Checkliste
Website-Sicherheit mag auf den ersten Blick nach einem komplexen Thema klingen, aber die wichtigsten Maßnahmen sind für die meisten Betreiber gut umsetzbar. Der Schlüssel liegt darin, die Grundlagen konsequent umzusetzen und sie nicht als Einmalerledigung, sondern als fortlaufende Routine zu verstehen.
Für Baukasten-Nutzer ist die Ausgangssituation besonders komfortabel: SSL, automatische Updates, Backups, DDoS-Schutz und Server-Härtung sind bereits in der Plattform integriert. Ihr primärer Handlungsbedarf liegt im Bereich der Zugangssicherheit: ein starkes, einzigartiges Passwort für Ihr Konto, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und regelmäßige Kontrolle der Kontoaktivität. Das ist überschaubar.
Für WordPress-Nutzer ist der Aufwand höher, aber strukturierbar. Mit einem guten Sicherheits-Plugin (Wordfence oder Sucuri), einem zuverlässigen Backup-Plugin (UpdraftPlus), konsequentem Update-Management und aktiviertem 2FA decken Sie den weitaus größten Teil der Risiken ab. Wer den Aufwand langfristig reduzieren möchte, sollte über Managed WordPress Hosting nachdenken.
In beiden Fällen gilt: Investieren Sie in Prävention, bevor der Schaden eintritt. Eine gehackte Website kostet weit mehr – an Zeit, Geld und Reputation – als alle Schutzmaßnahmen zusammen.
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Häufig gestellte Fragen
Ist ein Homepage-Baukasten sicherer als WordPress?
Brauche ich ein Sicherheits-Plugin für WordPress?
Was kostet es, eine gehackte Website wiederherzustellen?
Wie erkenne ich, ob meine Website gehackt wurde?
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